Zum Hauptinhalt springen

Weltspiegel

Weltspiegel
Das Erste logo
So, 26.04.2026 | 18:30 - 19:15

Tagesgeschehen (D 2026)

Großbritannien: König Charles – Friedensstifter bei Trump? Die Liste der Affronts ist lang: Beim berüchtigten Auftritt zu Ostern äffte Trump Starmer nach, weil der sich mit seinem Team besprechen wollte, anstatt sofort in den Krieg einzusteigen. Starmer sei nun mal kein Winston Churchill, hieß es von Trump schon zuvor. Großbritannien habe nur schrottige Kriegsschiffe und wolle erst einsteigen, wenn der Krieg gewonnen sei, so Trump. Der Konflikt rund um den Iran-Krieg ist dabei nur die jüngste Krise der "besonderen Beziehung", auf die vor allem Großbritannien eigentlich so stolz ist – und angewiesen ist. Trotzdem oder gerade deshalb fliegt König Charles nun zu einem Staatsbesuch in die USA – auf Bitten der britischen Regierung, so ist das ist einer konstitutionellen Monarchie. Charles selbst konnte also gar nicht nein sagen. Aber ist es klug von der Regierung ihn in Zeiten wie diesen zu schicken? Die Opposition jedenfalls kritisiert Starmer stark dafür den König "in diese Position" zu bringen. Trump sei ein "Gangster". Der US-Besuch – er ist eine Art Gegenbesuch, nachdem Trump im Herbst mit viel Pomp bei Charles verweilte – ebenfalls initiiert von der Regierung Starmer, um Trump zu schmeicheln und die Beziehungen zu verbessern. Aber im Nachhinein ist der Glanz von Windsor für Trump wohl schnell verblasst: Das geschlossene Handelsabkommen und einen Tech-Deal mit Großbritannien droht Trump zu kippen. (Autorin: Mareike Aden / ARD London) Chinas Rolle im Iran-Krieg Die Pekinger Führung vermittelt gern den Eindruck der Unparteilichkeit und gibt sich zurückhaltend nach außen in diesem Konflikt. Doch sie hat ganz klare geopolitische Ziele und auch Interessen. Die Abhängigkeit Irans von China ist zwar weitaus größer als umgekehrt, aber die Blockade der Straße von Hormus ist auch für die Volksrepublik ein zunehmendes Problem. Was hat es mit den Vorwürfen zu Waffenlieferungen auf sich und welche Strategie fährt die chinesische Regierung? Bisher verfügt China über gewaltige Ölreserven – wie betrifft der Nahost-Krieg zum Beispiel den Alltag der Chinesen? (Autorin: Marie von Mallinckrodt / ARD Peking) Ukraine: Tschernobyl heute 40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe ist Tschernobyl wieder ein Gefahrenort. Das Gebiet ist Frontzone: 2022 von russischen Truppen besetzt, heute Teil des Flugkorridors für Drohnen und Raketen nach Kyjiw. ARD-Korrespondentin Susanne Petersohn zeigt in ihrem Film, wie militarisiert das Gebiet heute ist. Und wie auch von den Überbleibseln der Katastrophe vor 40 Jahren weiterhin ein nukleares Risiko ausgeht. Der Film gewährt einen extrem seltenen Einblick in das Innere des "Sarkophags", des Schutzmantels über dem explodierten Reaktor. Die Anlage wurde bei einem russischen Drohnenangriff Anfang 2025 beschädigt und muss nach Angaben der IAEA dringend repariert werden. Tschernobyl ist gleichzeitig ein Labor von globaler Bedeutung: Nur hier lässt sich über Jahrzehnte verfolgen, wie sich radioaktive Kontamination in Natur, Wasser, Tier- und Pflanzenwelt auswirkt. Doch seit Kriegsbeginn kommen so gut wie keine internationalen Forscher mehr. Der Film erzählt auch die Geschichten der Bewohnerinnen und Bewohner der Sperrzone. So wie Valentyna Kukharchuk, die vom Leben in Tschernobyl vor, während und nach der Katastrophe berichtet und davon, warum sie trotz Reaktorunfall, russischer Besatzung und Krieg ihre Heimat nicht verlassen kann. (Autorin: Suanne Petersohn / ARD Kiew) Polen: Atomkraft, JA bitte An einem der schönsten Ostseestände Polens, in der kaschubischen Küstenlandschaft, soll Polens erstes kommerzielles AKW entstehen. Denn das Land will klimaneutral werden. Noch vor zehn Jahren kamen hier 90 Prozent des Stroms aus Kohle, mittlerweile sind es "nur" noch 60, und das ist im EU-Vergleich immer noch viel zu viel. Auch Polen setzt deshalb längst auf Erneuerbare. Aber: braucht eine Energiequelle als Back-Up und für den Übergang. Statt russischem Gas soll das lieber Atom sein. Gegner gibt es erstaunlich wenige. Die sonst so zerstrittenen Parteien sind sich einig, Protest im Volk gibt es kaum. Ein Team des ARD-Studio Warschau hat mit Menschen im Ostsee-Ort Slajszewo gesprochen, denen das AKW direkt vor die Nase gesetzt wird – und waren im Bergbaugebiet Oberschlesiens, wo jetzt, mitten im Strukturwandel, eine Zeche nach der anderen geschlossen wird und sich viele Kumpel fragen, ob Atomkraft wirklich umweltfreundlicher ist als Kohle. (Autorin: Ina Ruck / ARD Warschau) USA/Frankreich: Wissenschaft unter Trump – gehen oder bleiben? Präsident Trump attackiert die Forschungslandschaft in den USA. Er droht damit, Wissenschaftler zu entlassen, Fördermittel in Milliardenhöhe werden gestrichen oder eingefroren. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit dachten viele Wissenschaftler darüber nach, die USA zu verlassen, um im Ausland zu arbeiten, z. B. auch Europa. Die Politikwissenschaftlerin Lisa Hilbink hat diesen Schritt vollzogen, nach Frankreich, und lehrt jetzt dort an der Uni Aix-Marseille. Der Wissenschaftler John Quackenbush dagegen doziert an der Elite-Uni Havard. Fördermittel wurden zwar von der Trump-Regierung ausgesetzt. Sein Team forscht an Krankheiten wie Alzheimer und Krebs. Doch der Professor denkt nicht dran, die USA zu verlassen – am besten sei es, sagt er, in den Vereinigten Staaten zu bleiben und junge Leute auszubilden. Droht den USA unter der Präsidentschaft Trump wohlmöglich ein Braindrain? Eine Doppelreportage der beiden ARD Studios Paris und Washington. (Autoren: Michael Strempel / ARD Paris, Sarah Schmidt / ARD Washington) Australien: Der Postbote in der Wüste Die Paketflut nimmt Jahr für Jahr zu, weltweit. Rekorde werden verzeichnet und die Paketboten sind aus dem Straßenbild in Deutschland z. B. nicht mehr wegzudenken. Wie ist das aber in Australien? Dort sollte man für die Lieferungen ein bisschen mehr Zeit einplanen. Die Entfernungen im Outback sind gigantisch, manche Orte hunderte Kilometer voneinander entfernt, verbunden nur durch staubige Schotterstraßen. Wer bringt da eigentlich die Post? Zum Beispiel Jamie Black. Der 46-Jährige ist ein sogenannter "Outback-Postie". Auf einer der längsten Routen des Kontinents, wo man an einem Tag gerade mal einer Handvoll Menschen begegnet. Dreimal die Woche legt er in seinem Transporter rund 800 Kilometer zurück, in einer Tour. (Autor: Florian Bahrdt / ARD Singapur) Weltspiegel-Podcast: Wissenschaft unter Trump – gehen oder bleiben?

Thema
  • Großbritannien: König Charles – Friedensstifter bei Trump?.
  • Chinas Rolle im Iran-Krieg.
  • Ukraine: Tschernobyl heute.
  • Polen: Atomkraft, JA bitte.
  • USA/Frankreich: Wissenschaft unter Trump – gehen oder bleiben?.
  • Australien: Der Postbote in der Wüste.
  • Weltspiegel-Podcast: Wissenschaft unter Trump – gehen oder bleiben?.
Moderation